AfD-MdL auf antisemitischen Pfaden

Mit dem Landtagsabgeordneten Dr. Wolfgang Gedeon wandelt die AfD-Fraktion im Landtag auf antisemitischen Pfaden. Hintergrund ist sein Wirken als Autor in der Vergangenheit. In seinen Büchern verteidigt Gedeon die antisemitische Fälschung der „Protokolle der Weisen von Zion“.

Gedeon veröffentlichte 2009 unter seinem Pseudonym „W. G. Meister“ ein dreibändiges Werk mit dem Titel „Christlich-europäische Leitkultur. Die Herausforderung Europas durch Säkularismus, Zionismus und Islam“. In diesem und in seinem 2012 erschienen Werk „Der grüne Kommunismus und die Diktatur der Minderheiten“ schreibt Gedeon:

„Die Protokolle sind mutmaßlich keine Fälschung.“

„Schließlich predigt man Toleranz und ist empört, wenn in China Dissidenten für Jahre ins Gefängnis wandern. Gleichzeitig sperrt man die eigenen Dissidenten (z. B. Irving, Zündel, Mahler u.a.) für Jahre hinter Gitter. Ja, bei uns sind die Dissidenten gar keine Dissidenten sagt man, sondern wegen begangener „Volksverhetzung“ verurteilte Kriminelle.“

Damit setzt er die Leugnung des Holocaust mit dem Kampf gegen Diktaturen gleich. Weiter schreibt er:

Es gibt auf der Welt unzählige Denkmäler, zumeist errichtet von Staaten und Nationen zur Erinnerung an große Zeiten oder große Persönlichkeiten ihrer Geschichte. Dass ein Volk auf dem größten Platz seiner Hauptstadt ein riesiges Denkmal zur Erinnerung an gewisse Schandtaten (Hervorhebung von mir) seiner Geschichte errichtet, ist dagegen selten, wenn nicht einzigartig. Diese Einzigartigkeit findet bekanntlich in Berlin statt, und das Schlimmste daran ist: Die meisten Deutschen finden das inzwischen ganz ,normal‘. Um das zu erreichen, haben gewisse Leute lange und ausdauernd daran gearbeitet, wobei Geschichte oder besser gesagt Interpretation von Geschichte eine entscheidende Rolle spielt.

Abermals leugnet er den Holocaust und verharmlos Nazi-Verbrechen als „gewisse Schandtaten“, die offenbar mal passieren können.

Der Zentralrat der Juden un die Israelitische Gemeinde in Baden-Württemberg sind zurecht entsetzt. Meuthen kommentierte den Fall mit den Worten „Beim Antisemitismus verfolgen wir eine Null-Toleranz-Politik.“ Man darf gespannt sein, ob er den Worten auch Taten folgen lässt.

Gedeon leugnet aber nicht nur den Holocaust. Auch die Bundesrepublik Deutschland existiert für ihn nicht, wie er in seinem globalen Antrag zum Grundsatzprogramm der AfD ausführt:

Rechtlich existiert das Zweite Deutsche Reich weiter: über die Weimarer Zeit und auch das sog. III. Reich hinaus bis heute. Laut Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 1973 ist die Bundesrepublik Deutschland nicht ein Nachfolgestaat des 1871 gegründeten Reichs, sondern rechtlich identisch mit diesem.

Warum und wie er Urteile des Bundesverfassungsgerichtes missversteht wird an anderer Stelle anschaulich erklärt wird. Dort findet man im Übrigen ganz viel Wissenswertes und Wirres über die Reichsbürger-Bewegung.

2 Gedanken zu „AfD-MdL auf antisemitischen Pfaden“

  1. Reichsbürger sind vielleicht Leute, die nicht wie die „Normalbürger“ mit dem alltäglichen Machtmissbrauch und dem Weg in die Diktatur einverstanden sind.
    Es wurde nämlich nicht dafür gesorgt, dass die aktuellen Behördenmitarbeiter Interesse haben, einen Rechtsstaat zu wollen (vgl. z.B. http://www.wengert-gruppe.de/wengert_ag/news/2003/SteuerstrafverfinDeutschland.pdf). Es wird an Tradition und Gepflogenheiten totalitärer Staaten angeschlossen, vgl. http://www.sgipt.org/lit/sonstige/FDRSDuPO.htm).
    Dass Rechtsbrüche und Rechtsbeugungen systemkonform sind, bestätigte auch ein Richter a.D.- http://de.wikimannia.org/Frank_Fahsel und dass wir uns immer mehr vom Ideal des Rechtsstaats des Grundgesetzes entfernen, hatte ein weiterer Richter a.D. bestätigt- http://hu-marburg.de/homepage/debatte/info.php?id=134. Ein Video zum Machtmissbrauch durch Organe der Rechtspflege ist unter https://youtu.be/AKl0kNXef-4 zu finden. Bürger werden auch aus Willkür in die „Klapsmühle“ gesteckt und gefoltert (vgl. z.B. http://www.nuernbergwiki.de/index.php/Gustl_Mollath).
    Deshalb sind andere Strukturen notwendig.
    Diejenigen, die sich einen Platz bei der Obrigkeit erkämpft haben und bei Bedarf unter dem Schutz ihrer Kumpane ihre Macht missbrauchen können, brauchen sich nicht einzubilden, dass sie und ihre Angehörigen sowie ihre Nachkommen damit für immer besser gestellt sind. Sie können später ebenfalls von der Obrigkeit als minderwertige Menschen betrachtet und mit Stasi- bzw. Gestapo- Methoden konfrontiert werden. Beispiel: https://youtu.be/oWXMwbB75uk. Auch der ehemalige Bundesminister Norbert Blüm musste im Ruhestand erkennen: „Meine Vorstellung von Recht und Gerichten war Kinderglaube“ (s. http://de.wikimannia.org/Norbert_Blüm).

    Kommentar des Autors: Wo und warum sehen Sie die Bundesrepublik Deutschland auf dem Weg in die Diktatur? Dazu kann ich beim besten Willen keinerlei Anzeichen erkennen. Leider kann ich Ihren Link nicht öffnen, den Sie als Quelle dafür anführen, dass die Mitarbeiter*innen in deutschen Behörden den Rechtsstaat untergraben wollen.

    Da ich vom Thema Psychatrie keine Ahnung habe, kommentiere ich Ihren zweiten Link nicht. Auch fehlt mir die Zeit dieses Buch zu lesen.

    Zunächst möchte ich darauf eingehen, dass Wikimannia und die Männerrechtsbewegung keine seriöse Quelle sind und gegen alles kämpfen für das ich kämpfe und mir zutiefst fremd sind. Zum Richter Fahsel: Nur weil ein Richter Kritik am Justizsystem anführt, mag das nicht für das ganze System, ja nichtmal für Teile davon, gelten. Zu Fahsel wird an anderer Stelle genug gesagt: https://de.wikipedia.org/wiki/Landgericht_Stuttgart#Frank_Fahsel Natürlich gibt es auch juristische Fehlentscheidungen und sicher auch böswillige Menschen im System der Justiz. Aber: Für Justizopfer steht der Rechtsweg ebenso offen und sie wurde und werden entschädigt. Das ist gut so!

    Das Zitat von Norbert Blüm muss man im Kontext des Interviews lesen. Hier nimmt er klar Bezug zu einem Fall vor einem Familiengericht. Hier passte ihm die Entscheidung eines Richters nicht bzw. entsprach nicht seinem Rechtsempfinden. Daraus abzuleiten, dass Blüm als Kronzeuge für die Verkommenheit des Justizsystems fungieren kann, ist nicht nachvollziehbar. (Ich möchte anmerken, dass mich die Position „Man kann seinen Ehepartner leichter loswerden als einen Mieter“ irritiert. Wohnen ist schließlich ein Recht auf das man als Mensch einen gewissen Anspruch haben muss. Jeder muss schließlich irgendwo wohnen. Aber: Niemand hat Anspruch ein Leben lang mit der selben Frau verheiratet zu sein, wenn diese Frau das nicht (mehr) will.)

    Abschließend bleibe ich dabei, dass Reichsbürger grundlegendes Verständnis für Rechtsstaatlichkeit und Gesetzestexte fehlen und sie sich sektenhaft am äußersten rechten Rand unserer Gesellschaft ansiedeln.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.