Martin verlässt Partei und Fraktion

Claudia Martin, Abgeordnete für den Wahlkreis Wiesloch, ist aus der AfD-Fraktion und aus der Partei ausgetreten. Als Grund nannte sie den rechtspopulistischen Kurs, den sie nicht mehr mittragen könne.

Dem SWR sagte sie, dass man nicht die ganze Zeit rechts blicken könne, ohne auch rechts abzubiegen. Der FAZ sagte sie, dass es auch Papiere, die Flüchtlinge ghettoisieren sollte, in den Schubladen stecke und die AfD daher „krasser als die NPD“ sei.

Auch scheint sie sich durch die Debatten der AfD in Sachen Flüchtlinge in ihrer Arbeit torpediert zu fühlen. Dem Stern sagte sie: „Wir arbeiten ja auch an anderen Themen, aber alles wird von unserer Debatte zur Flüchtlingspolitik und zum Islam überdeckt.“

Auch kritisierte sie, dass gegen Räpple keine Maßnahmen, obwohl öffentlich angekündigt, erhoben wurden. Wenn ich mich recht erinnere (aber der SWR-Beitrag ist nicht mehr verfügbar) war es auch sie, die diese Maßnahmen in der Fraktion ankündigte. Daher fühlt sie sich wohl auch als Lügnerin in der Öffentlichkeit abgestempelt, wie sie dies in einer Videobotschaft beschreibt. In dieser kritisiert sie auch den Ausschluss der Presse vom Landesparteitag in Kehl.

Dem Landtag von Baden-Württemberg will sie nun in Zukunft als fraktionslose Abgeordnete angehören. Fraktionsvize Emil Sänze forderte sie jedoch auf das Mandat zurückzugeben, da sie nicht direkt in den Landtag gewählt worden sei. Fraktionschef Meuthen ließ zwischenzeitlich verlauten, dass er Martin zum Bleiben bewegen wolle, bevor er dann gegen sie austeilte und ihr vorwarf mit parlamentarischer Arbeit überfordert zu sein und nur „billige 15 Minuten Ruhm“ zu wollen.

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